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Hintergrundinformationen
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Wir wollen Ihnen als Eltern und Helfer*Innen hier die Möglichkeit geben sich über die häufigsten Symptome zu informieren und gegebenenfalls mit Ihrem Kind einen Screening-Fragebogen auszufüllen.
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7 - 17 Jahre
3 - 6 Jahre
7 - 17 Jahre
Hilfsadressen

Hier möchten wir nun noch etwas ausführlicher auf die möglichen psychischen Auswirkungen von Flucht- und Kriegserfahrungen bei Kindern eingehen. Es wird hier jedoch nur beispielhaft aufgezeigt und kann eine fachärztliche/klinische Einschätzung durch Fachpersonal nicht ersetzen.

In unserem Kinderbuch leidet Mykola, auch nach dem er in einem neuen Land ist, noch an Alpträumen, hat Angst oder bekommt Bauchschmerzen, wenn ihn etwas an den Krieg und die Flucht erinnert. So, oder so ähnlich geht es den meisten Kindern, wenn sie die Erinnerungen an Krieg, Gewalt oder Flucht überkommen.
Diese Symptome können Teil einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung sein oder zeigen wie belastet sich ein Kind fühlt. Die Zahl der geflüchteten Kinder, die eine solche posttraumatische Belastungsstörung entwickeln,
ist hoch. Häufig kommen dazu noch Depressionen, Angststörungen oder emotionale Probleme sowie Verhaltensauffälligkeiten.

Wir wollen Ihnen als Eltern und Helfer*Innen hier die Möglichkeit geben sich über die häufigsten Symptome zu informieren und gegebenenfalls mit Ihrem Kind einen Screening-Fragebogen auszufüllen, um herauszufinden wie sehr Ihr Kind unter dem Erlebten leidet und wie Sie ihm, mit Hilfe unserer, helfen können mit den Belastungen umzugehen.

Die Symptome für eine mögliche posttraumatische Belastungsstörung bei Kindern kann man in drei Teile unterteilen:
• Intrusion
• Vermeidung/Verlust von Interesse
• Emotionale Irritation.


Intrusion
Unter der Intrusion, versteht man das Wiedererinnern und Wiedererleben von traumatischen Erlebnissen. Eine Intrusion könnte sich etwa dadurch äußern, dass wenn Ihr Kind, etwa durch einen lauten Knall an eine belastende Situation aus der Vergangenheit erinnert wird, mit Aggression, körperlichem Unwohlsein oder mit extremen Trennungsängsten reagiert. Die Trennungsängste könnten sich dadurch zeigen, dass Ihr Kind sich eng an Sie klammert. In unserem Kinderbuch zeigt Mykola die typischen Symptome, als er nach einem lauten Knall im Tierpark Angst und Bauchschmerzen hat und er sich zu seiner Mutter flüchtet. Aber auch das Nachspielen von traumatischen Situationen aus der Vergangenheit oder eine emotionale Taubheit können Zeichen für eine Intrusion sein.

Vermeidung/Verlust von Interesse
Als nächstes gibt es das Symptom der Vermeidung. Hier versucht das Kind Erinnerungen und Reize, die mit dem Trauma verknüpft sind, aktiv zu vermeiden. So kann es sein, dass Ihr Kind plötzlich kein Interesse oder keine Freude mehr an Dingen hat, die ihm früher Spaß gemacht haben. Je älter das Kind, desto stärker sind oft das Vermeidungsverhalten und Emotionslosigkeit.
 

Emotionale Irritation
Schließlich gibt es noch die emotionale Irritation. Diese kann zu einer körperlichen Überregung führen, die wiederrum Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder eine erhöhte Wachsamkeit hervorrufen kann. Das alles kann sich negativ auf die Leistungen in der Schule auswirken.
Andere Anzeichen für eine posttraumaische Belastungsstörung könnten auch Sprachstörungen, Einnässen oder Schuldgefühle sein.

Hilfreiche Fragebögen
Es gibt einen hilfreichen Fragebogen zur Erfassung von starken Belastungen. Dieser Fragebogen kann kostenfrei angewendet können. Er heißt Child and Adolescent Trauma Screen (CATS) (Berliner & Goldbeck 2014). Er kann für die Altersgruppen von 3-6 Jahren und 7-17 Jahren von den Eltern ausgefüllt werden. Es gibt auch eine Fragebogenversion für 7-17 Jahren, die von dem betroffenen Kind/Jugendlichen selbst ausgefüllt werden kann.

Dieser Fragebogen erfasst die oben erwähnten Symptome und geben Ihnen eine Rückmeldung wie stark Ihr Kind belastet ist. Wenn sich eine hohe Belastung im Fragebogen zeigt oder Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind mit den Belastungen nicht mehr zurechtkommt, dann wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderärztin / Ihren Kinderarzt.
 

Wir haben Ihnen oben in allen Sprachen auch noch Hilfsadressen aufgelistet an die Sie sich auch wenden können.

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